Von der Magie des Inneren im Äuseren

Mit der Ausstellung „Von der Magie des Inneren im Äußeren“ zeigt das FOYER89 das Œuvre von Liz Bayerlein, das die Kulturgeschichte der bildenden Kunst um eigenständige formale und inhaltliche Aspekte bereichert. So sind ihre verschiedenen Schaffensphasen durch eine unverwechselbare flächig-reduzierte Formensprache gekennzeichnet, die mittels kühner Farbakkorde ihre dynamischen und spannungsgeladenen Sujets einzigartig unterstreichen.

Im Zentrum ihrer subtil abstrahierenden Malerei steht das „Frauen-Sujet“, oft als Diptychon. Damit schließt sie sich zweifellos den Künstlerinnen und Künstlern an, die den Mythos Frau in variationsreichen Darstellungen und Stilrichtungen im Lauf der Kunstgeschichte wiedergegeben haben. Dennoch bereichert Liz Bayerleins Malerei die bildenden Künste auch um die ganzheitliche Wahrnehmung eines Menschen, indem sie das unverwechselbare Innere einer Person voller Empathie als Phänomen − „von der Magie des Inneren im Äußeren“ – widerspiegelt. Die Faszination und die Qualität ihrer Frauen-Darstellungen liegen darin, dass sie die verborgene Eigenart paraphrasierend als Erweiterung einer komplementären Komposition mittels eines Interieurs oder einer Natur- bzw. Kulturlandschaft souverän als Diptychon oder als Triptychon komponiert.

Ein zweiter Schwerpunkt visualisiert das Thema „Menschenbilder“, die stets vor dem lebenden nackten „Modell“ gemalt werden. Sie zielen auf eine in unserer oberflächenverliebten Massenmedien-Kultur seltene, jedoch höchst notwendige Auseinandersetzung mit der Individualität eines jeden Menschen.

Ein weiterer Schwerpunkt gilt den Arbeiten der Übergangsphase, in denen die Vorbilder der Klassischen Moderne sowie der Einfluss der Art Informel noch deutlich sichtbar sind. Dabei handelt es sich um farbbrillante abstrakte Landschaften, die entweder die Spielarten des abstrakten Expressionismus nachzeichnen oder das Lebensgefühl der Neuen Wilden wachrufen. In Liz Bayerleins Werk steckt noch viel Unentdecktes und Faszinierendes. Daher verweise ich auf die interessanten Erörterungen in unserem Ausstellungskatalog, die Dr. Jürgen Sandweg, Kurator des Kunstmuseums Erlangen, verfasst hat.


1995-2001 Studium
Akademie der bildenden Künste Nürnberg, Studium für freie Malerei

1994 Dozentin
Fachbereich Acrylmalerei, BZ Nürnberg

seit 1999 Dozentin
Fachbereich Acrylmalerei, BZ Nürnberg